Hochsensible Alltagshilfe
 

Beiträge und Werke

 

Auf dieser Seite bekommen Beiträge und Werke zum Thema Hochsensibilität ihren gebührenden Platz.

 

 

1. Bachelor-These der Sozialpädagogin Tabea Tews:

 

„Ich habe im letzten Jahr meine Bachelor-These als Abschluss meines Sozialpädagogikstudiums zum Thema „Hochsensibilität – Der schmale Grat zwischen Krankheit und Fähigkeit” geschrieben.

An dieser Stelle möchte ich meine These gern zur Verfügung stellen in der Hoffnung, dass sie gerade Menschen, die nicht gerne ganze Bücher durchwälzen einen guten Überblick über die Sonnen- und Schattenseiten der Hochsensibilität gibt.”

Tabea Tews, Sozialpädagogin

 

 

      hier klicken: „Hochsensibilität – Der schmale Grat zwischen Krankheit und Fähigkeit”

 

 

2. Bachelorarbeit der angehenden Sozialpädagogin Diana Klein:

 

Frau Diana Klein hat mit ihrer Arbeit einen fundamentalen Beitrag geleistet und geholfen, eine längst überfällige Thematisierung in Gang zu bringen: was wenn man als SozialarbeiterIn selbst hochsensibel ist?

 

 

      hier klicken:  „Die Natürlichkeit, der besondere Wert und die speziellen Herausforderungen
                             eines hochsensiblen Menschen im Berufsfeld der Sozialpädagogik”

 

 

 

Im Folgenden nun Beiträge der HAH! zum Thema Hochsensibilität

 

1. Folgender Artikel erschien in der eZeitung der österreichischen Gesellschaft zur Förderung und Pflege für die Belange hochempfindlicher Menschen:

 

HOCHSENSIBILITÄT – EINE BETRACHTUNG jenseits von Begabung und Krankheit

 

In den USA erscheint dieser Tage das neueste Buch von Elaine Aron mit dem Titel „Psychotherapy and the Highly Sensitive Person: Improving Outcomes for That Minority of People Who Are the Majority of Clients”. Ted Zeff meint dazu, wie wichtig es ist, dass Psychotherapeuten das Konstrukt der Hochsensibilität und die Arbeit von Aron kennen, seien doch bis zu 50% der Psychotherapie-Patienten hochsensibel.

Der Anteil hochsensibler Personen an den Personen, die eine Therapie machen ist also wesentlich höher als der Anteil HSP an der Gesamtbevölkerung mit maximal 20%. Sind HSP also eher psychisch krank als Nicht-HSP?

Aron definiert Hochsensibilität als eine Präferenz bzw. Tendenz Informationen tiefer und vorsichtiger zu verarbeiten.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auf die Temperamentstheorie des Warschauer Psychologen Jan Strelau zu verweisen (Jan Strelau: ‚Das Temperament in der psychischen Entwicklung’) Eine grundlegende Temperamentsdimension für interindividuelle Unterschiede ist ihm zufolge nämlich die Reaktivität. Danach bezeichnet die Reaktivität die Intensität oder Menge des Verhaltens, mit der ein Individuum auf einen Stimulus oder eine Situation reagiert. Die Reaktionsstärke ist individuell unterschiedlich, was wiederum normal ist.

HSP haben eine hohe Reaktionsstärke. Hochsensibilität selbst ist also wohl keine Krankheit, eher ein bestimmtes Ausmaß eines Persönlichkeitsmerkmals oder Temperaments bzw. selber Persönlichkeitsmerkmal, inklusive der dazugehörigen physiologischen Empfindsamkeit.

Die Intensität der Reizaufnahme und individuellen Weiterverarbeitung bedingt durch Hochsensibilität kann jedoch zu typischen (psychischen) Erkrankungen führen, wenn der Umgang mit einer hochsensiblen Veranlagung inadäquat erfolgt bzw. unberücksichtigt bleibt. Das könnte also ein Grund sein für den großen Anteil von HSP unter den Psychotherapie-Patienten.

Aron, aber auch andere Autoren, wie z.B. Ted Zeff haben diesbezüglich einige durchaus interessante Empfehlungen zum richtigen Umgang mit Hochsensibilität gegeben.

Nur allzu oft wird auch vorschnell betont, dass es sich bei Hochsensibilität um eine besondere Form der Begabung handelt. Elaine Aron schreibt (‘The highly sensitive Person’, New York), bezüglich der Einordnung von Hochsensibilität: „Having a (highly) sensitive nervous system is normal, a basically neutral trait.“ Hochsensibilität wird also als normal und neutral definiert. Neutral bedeutet dann auch, dass hochsensibel geboren zu werden nicht automatisch schlecht, aber eben auch nicht per se etwas rein Positives ist.

Nach unserer Erfahrung scheint es, dass HSP Störungen und Disharmonien eher bemerken und bereit sind, für Heilung zu arbeiten und deswegen eher beim Psychotherapeuten zu finden sind als weniger Sensible.

Der Begabungsbegriff ist grundsätzlich sehr kritisch zu sehen, wird doch von einer gemessenen Leistung auf eine grundsätzliche Veranlagung, nämlich die Begabung, rückgeschlossen, ohne dass diese Begabung selber messbar wäre.

Aber ist das alles wirklich so entscheidend?

Wir meinen diesbezüglich, dass die (frühzeitige) Vermittlung des richtigen Umgangs mit Hochsensibilität, sowohl für HSP als auch für Nicht-HSP, wesentlich ist, und zwar ohne Hochsensibilität dabei zu pathologisieren oder zu beschönigen. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass aus den vielen kleinen Alltagsschwierigkeiten mit der Zeit ernsthafte Störungen des Wohlbefindens und des Verhaltens erwachsen.

Es gilt also jenseits von einer Einordnung unter Begabung oder Krankheit mit einer intensiv sensiblen Ausstattung umzugehen, Risiken zu minimieren und Stärken zu entfalten. Gerade HSP können dann nämlich in einer doch so unsensiblen Welt sehr wichtige und spezielle Aufgaben erfüllen.

Herzliche Grüße, Mark Eichert

 

 

2. Folgender Artikel erschien im September in gekürzter Fassung im Mitgliedermagazin „Intensity“ des Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität e.V..
Hier die komplette Version:

 

Soziale Arbeit und Hochsensibilität – Die Hochsensible Alltagshilfe

 

Als Sozialpädagoge war ich in unterschiedlichsten Bereichen tätig. Immer wieder begegnete ich Menschen, die missverstanden werden zu schienen. Dies hatte oft fatale Folgen. Meist wurden sie in Schubladen gesteckt und sozial abgeurteilt.

Dabei überkam mir stets ein unwohles Gefühl. Warum wurden diese Menschen so negativ und abwertend beurteilt. Stets handelte es sich dabei um Personen, die mit den Anforderungen ihrer Umwelt emotional nicht zu Recht kamen. Einmal von der Umwelt sozial abgestempelt fügten sie sich ihrem Schicksal. Ein Teufelskreis von Missinterpretationen und ohnmächtigen Verhalten als Folgen.

Mir fiel dabei immer wieder ein bestimmter Personenkreis auf. Dabei handelte es sich stets um hoch emotionale Personen, die sozial unsicher agierten und schnell überreizt reagierten. Dies zog sich durch alle Altersstufen durch.

Ich fühlte dabei stets eine tiefe Verbundenheit und fragte mich schließlich, ob es denn einen gemeinsamen Nenner geben könnte. Daraufhin begab ich mich auf die Suche nach wissenschaftlichen Konzepten und wurde schließlich fündig: Hochsensibilität; ein ganzheitliches Konzept, das alle meine Fragen beantworten konnte. Mein Forschungsdrang war geweckt, ja vielmehr war ich dermaßen gepackt, dass ich mich entschloss mich zu verselbständigen.

Erneut machte ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Konzept sozialer Arbeit, dass HSP nicht stigmatisiert, sondern hilft. Fündig wurde ich im Case Management. Die Hochsensible Alltagshilfe war geboren, ein Angebot für hochsensible Menschen allen Alters, das auf hochsensible Art und Weise HSP soziale Unterstützung anbietet.

Seit Mai 2010 bietet die Hochsensible Alltagshilfe (kurz HAH) nun eine ganzheitliche psychosoziale Dienstleistung innerhalb eines speziell auf HSP eingestellte Social Case Management. Hier kam mir meine pädagogische Praxiserfahrung zugute, so dass ich neben dem Bereich der „Aufklärung“ vor allem die Bereiche „Hochsensible Kinder“, „Hochsensible Jugendliche“ und „Hochsensible Erwachsene“ anbieten konnte. Interessanterweise fand ich nachträglich heraus, dass ich in vielen Bereichen immer schon HSP betreut hatte und dies auf sehr hochsensible Weise. Die Hochsensible Alltagshilfe war also nur logische Folge.

Die HAH bietet psychosoziale Unterstützung für Einzelne, Familien und Kleingruppen. HSP, aber auch Nicht-HSP, können sich an die HAH wenden, wenn sie soziale Unterstützung benötigen, bisher aber wegen Hochsensibilität ziemlich allein gelassen wurden. Das Angebot umfasst Beratung, Begleitung und Betreuung in einem und ist Hilfe zur Selbsthilfe.

Innerhalb der Zusammenarbeit mit der Klientel werden zunächst die Schwerpunkte der sozialen Zusammenarbeit erörtert. Nach diesem Assessment wird planmäßig das Unterstützungsangebot durchgeführt mit dem Ziel die vereinbarten Zielsetzungen zu erreichen.

So wird Kindern und Jugendlichen zum Beispiel in Entwicklungs- und Schulfragen geholfen, bei Erwachsenen ist das Thema Arbeit und Soziabilität oft zentral. Die Themen sind aber nicht begrenzt, ein großer Vorteil meiner sozialen Arbeit. Eventuell nicht erfüllbare Arbeitsschwerpunkte können weiter vermittelt werden. Die HAH verfügt über ein gutes Netzwerk.

Insgesamt kann gesagt werden, dass die HAH sich auf ein sozialpädagogisches Angebot für Hochsensible spezialisiert hat und nun seine Dienste als Case Manager in der sozialen Arbeit diese hochsensibel anbietet. Viele (eventuelle) Probleme sind umweltbedingt bzw. auf eine unbefriedigende Hochsensiblen-Umwelt-Interaktion zurück zu führen. Bei jenen HSP, die soziale Unterstützung benötigen ist die HAH nun da. Die HAH sieht sich auch als Anwalt der Hochsensiblen.

Herzlichste Grüße,

Mark Eichert

Hochsensible Alltagshilfe